Photovoltaik-Förderung 2026: Was Sie in Deutschland und Österreich wirklich bekommen
Bei der Frage "Was kostet eine Solaranlage?" wird ein Faktor regelmäßig unterschätzt: die Förderung. Zwischen Steuervorteilen, Einspeisevergütung, zinsgünstigen Krediten und kommunalen Zuschüssen kann sich der tatsächliche Endpreis einer Anlage deutlich von der reinen Angebotssumme unterscheiden. Dieser Beitrag fasst den Stand Juli 2026 zusammen - getrennt nach Deutschland und Österreich, da beide Länder komplett unterschiedliche Fördersysteme haben.
Deutschland: Förderung auf drei Ebenen
In Deutschland gibt es Photovoltaik-Förderung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Programme lassen sich meist kombinieren, kommunale Fördertöpfe sind aber oft gedeckelt und schnell ausgeschöpft - je früher der Antrag, desto besser die Chancen.
Bundesebene: Steuervorteile, Einspeisevergütung, KfW-Kredit
- 0% Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kWp - gilt 2026 unverändert und unbefristet
- Einnahmen und Entnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp sind vollständig einkommensteuerbefreit - keine Gewerbeanmeldung, keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nötig
- EEG-Einspeisevergütung: 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp, Stand Februar 2026), sinkt zum 1. August 2026 auf 7,71 ct/kWh - wer die Anlage 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die jeweils aktuelle Vergütung für 20 Jahre
- 2026 ist das letzte Jahr der garantierten EEG-Festvergütung für neue Anlagen unter 25 kWp - danach ändert sich das Vergütungssystem
- KfW-Kredit 270: zinsgünstige Finanzierung bis zu 100% der Kosten, Zinssätze und Konditionen ändern sich laufend - aktueller Stand direkt bei der KfW prüfen
Länder und Kommunen: regional sehr unterschiedlich
Auf Landesebene sind 2026 nur noch wenige Bundesländer mit eigenen Förderprogrammen aktiv - mehrere frühere Landesprogramme wurden ohne Nachfolgeprogramm eingestellt. Berlin ist aktuell eines der attraktivsten Bundesländer für private PV-Investitionen (Zuschüsse für Zählerschrankumbau und Batteriespeicher, gedeckeltes Jahresbudget). Da viele Landesprogramme ausgelaufen sind, rücken kommunale Zuschüsse in den Vordergrund - die Förderhöhen reichen von kleinen Balkonkraftwerk-Pauschalen bis zu einigen tausend Euro für Dachanlagen, je nach Gemeinde völlig unterschiedlich. Eine aktuelle, nach Bundesland und Zielgruppe filterbare Übersicht bietet die öffentliche Förderdatenbank des Bundes (foerderdatenbank.de).
Wichtig bei praktisch allen Landes- und Kommunalprogrammen: der Förderantrag muss in der Regel gestellt werden, bevor die Anlage gekauft oder montiert wird - nachträglich ist eine Förderung meist nicht mehr möglich. Das lohnt sich einzuplanen, sobald erste Angebote vorliegen, nicht erst nach der Auftragsvergabe.
Österreich: die EAG-Förderung
Österreich hat ein eigenständiges Fördersystem, das sich deutlich von Deutschland unterscheidet - die folgenden Angaben gelten ausschließlich für Anlagen in Österreich, nicht für Deutschland. Zentral ist die bundesweite EAG-Förderung (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz): 150 €/kWp für die ersten 10 kWp Anlagenleistung, 140 €/kWp für die Leistung zwischen 10 und 20 kWp, sowie zusätzlich 150 €/kWh für einen Batteriespeicher. Die Förderung wird in einzelnen "Calls" mit jeweils eigenem Antragsfenster und begrenztem Gesamtbudget vergeben - ist das Budget eines Calls ausgeschöpft, muss der nächste Call abgewartet werden.
Zusätzlich zur Bundesförderung gibt es teils Landes- und Gemeindeförderungen, die sich stark unterscheiden: manche Bundesländer haben keine eigene direkte PV-Förderung, gewähren aber z. B. zusätzliche Punkte bei der Wohnbauförderung; andere Bundesländer haben ein eigenes, jährlich neu budgetiertes Förderprogramm, dessen Budget je nach Nachfrage bereits während des Jahres ausgeschöpft sein kann. Einzelne Gemeinden bieten zusätzlich eigene, meist kleinere Zuschüsse an. Wer in Österreich eine Anlage plant, sollte Bundes-, Landes- und Gemeindeförderung getrennt prüfen, statt nur die EAG-Förderung einzuplanen.
Was das für Ihren Angebotsvergleich bedeutet
Förderungen ändern nichts an der Grundlogik des Preisvergleichs: der faire Vergleichs-maßstab bleibt der Preis pro kWp vor Förderung, weil Förderungen unabhängig vom gewählten Handwerksbetrieb greifen. Bei Roofora vergleichen Sie zunächst unverbindliche Festpreis-Angebote mehrerer Handwerksbetriebe für Ihr Dach - erst danach lohnt sich der Blick auf die für Sie zutreffenden Förderprogramme, um den tatsächlichen Endpreis nach Förderung zu berechnen.
Wichtiger Hinweis
Alle Angaben in diesem Beitrag entsprechen dem Stand Juli 2026 und können sich ändern - insbesondere Fördersätze, Budgets und Antragsfristen werden regelmäßig angepasst oder Programme laufen aus. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuer-beratung. Prüfen Sie die für Ihren Wohnort aktuell gültigen Bedingungen direkt bei der jeweiligen Förderstelle (in Deutschland u. a. foerderdatenbank.de, in Österreich die zuständige Landesstelle bzw. der aktuelle EAG-Call), bevor Sie eine Anlage bestellen.